Griechenland reloaded

Der „schwerste WW IIer, den wir je gepaddelt sind“, Wuchtwasser,  Monsterlöcher und fette Prallwände? Nein, das war letztes Jahr. Dieses Jahr sollte das Griechenland-Bild wieder zurecht gerückt werden. Daher starteten wir vorsorglich eine Woche nach dem ohnehin schon späten Ostern. 7 paddellustige KGSler, 6 per Fähre, 1 per Flieger, alle im Paddlerhotel, da kann ja nix mehr schief gehen, oder?

Gut, den ersten Bach (Tiria) haben wir mangels Wasser statt mit dem Boot per Auto befahren. Und gut, manche Paddler kommen zwar ohne Handbremse perfekt ins Kehrwasser, lassen aber das Auto an die Hotelmauer rollen. Und ja, ein ausgekugelter Arm hat uns die Innenbesichtigung eines griechischen Krankenhauses eingebracht. Aber sonst: tolle Wasserstände, faires Wildwasser, traumhaftes Blau und überwiegend schönstes Paddelwetter!

Nach ruhigem Einpaddeln auf dem Kalamas mit seiner berühmten Platanenschlucht kamen wir diesmal bei fast 50 cm weniger Wasser alle in den Genuss spritziger Paddeltouren auf dem unteren Arachthos. Die sportliche und wunderschöne Kallaritikosklamm verzauberte uns, genauso die genussvolle Arachthos-Schlucht mit ihren atemberaubenden Felswänden und paradiesischen Wasserfällen. Als neues Experiment wurde der Acheloos ab Staumauer gepaddelt: Trotz einigem Eisen im Bach ein sehr schöner WW-IIIer mit einer etwas überraschenden IVer-Stelle. Zu guter Letzt gab es auf dem Rückweg zur Fähre noch eine Abschlussrunde auf dem landschaftlichen Schmankerl Voidomatis im kleinen Dreier-Gespann.

Auch das Drumherum hat wieder gepasst: Anlässlich der griechisch-orthodoxen Osterfeiertage gab es  „äähm, hat jemand LAMM gesagt?“… also frisch gegrilltes Lamm vom Spieß und eine überraschend leckere griechische Innereien-Spezialität für die Experimentierfreudigen. Ebenso kam das Vegetarische nicht zu kurz und auch das Romantische nicht, denn wider Erwarten wurde für uns der Kamin im Hotel am Abend wieder angeschürt. Überhaupt fühlten wir uns rundum gut versorgt. Sogar ein Paddler-Zimmer gibt es mittlerweile im Tolenio, mit einer netten kleinen Geschichte: Auf der diesjährigen Pfingstausfahrt in Obervellach trafen wir den Willi. Es kam heraus, dass Willi dem Hotelchef Nikos in Plaka sein altes Faltboot zur Dekoration eben dieses Zimmers überlassen hat. Zu diesem Zweck hatte er das Boot über Umwege nach Plaka geschickt. Willi fragte uns nun, ob das Boot denn seinen Platz gefunden habe. Sani, befand sich Willis Faltboot ordnungsgemäß in deinem Zimmer… ;-)?

So weit der Weg nach Plaka auch war, eine Rechnung ist noch immer offen: Mangels Wasser wurde uns der Eintritt in die Unterwelt verwährt: der sagenumwobene Acheron als Weg in den Hades konnte nicht gepaddelt werden. Bleibt abzuwarten, ob und wann sich alte und/oder neue Griechenland-Freunde erneut auf den Weg machen. Für uns hat es sich bereits ohne Hades wieder sehr gelohnt.

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